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Die Gründerjahre 1918 - 1933
"Der DSK, der Zufall einer Biertischrunde", so kann man die Gründung dieses Vereins überschreiben.
1918 – das Jahr, das Ende aller Schrecken – des 1. Weltkrieges – Revolution – Straßenkämpfe in den großen Städten – Räteregierungen – und in Dahlenburg wollte man tanzen!

Der 1. Weltkrieg ist gerade einige Wochen zu Ende. Die ersten ehemaligen Soldaten sind wieder zu Hause. Im Gasthaus Heitmann treffen sich am 2. Weihnachtsfeiertag 30 junge Soldaten zum Bier und überlegten sich, wie man trotz Verbot und Trauer eine Festlichkeit organisieren könne und bald kommt das Gespräch auf Sylvester. Was tun? In Dahlenburg ist nichts los.

Nach vier Jahren Krieg ist vielen nicht zum Feiern zumute, ein Sylvesterball wäre ein guter Start in das erste Friedensjahr der jungen Menschen. Ein solcher Ball darf aber nur von einem Verein durchgeführt werden. Also muss ein Verein her. Der Zufall wollte es, dass ein ehemaliger Dahlenburger Richard Rosseburg, damals beim Landratsamt in Bleckede beschäftigt, in dieser Runde war, und eine Satzung des Sportklubs vom TUS Lüchow in der Tasche hatte. Schnell waren sich die Männer einig, die Satzung einfach auf Dahlenburg umzuändern, Wahlen durchzuführen und der DSK war gegründet.


Zum 1.Vorsitzenden wurde Emil Goosmann, zum Kassierer Willi Lindloff und zum Schriftführer W.Oerzen gewählt.


Am nächsten Morgen fuhr E. Goosmann mit der Kleinbahn nach Bleckede zum Amtsgericht und ließ den Verein ins Vereinsregister eintragen. Der Sylvesterball konnte stattfinden und war ein großer Erfolg. Damit hatten die Gründer ihren Wunsch nach einem Ball erfüllt und jetzt war erstmal Pause.

Sport fand im DSK nicht statt, denn der wurde im MTV betrieben. Der Männerturnverein war bereits 1860 gegründet worden und erzog die Jugend durch geregelte Leibesübungen zu einem starken Geschlecht.

Die Turner des MTV stachelten die DSK`er kräftig an. „Sich Sportler nennen und keinen Sport treiben.“ So wurde damit begonnen, Faustball zu spielen und Leichtathletik zu betreiben. Es hagelte zwar keine Meisterschaften, aber es wurde eisern geübt in den Reihen des nun vorwärtsstrebenden Klubs.


Bereits 1921 gab es Bestrebungen beide Vereine zusammenzuführen, daraufhin wanderten einige DSK-Mitglieder zum MTV zurück. Einigen Sportler blieben dem DSK treu. Männer wie: Suhr, Lehmitz, Schmeil, Dau, Jonas, Euler, Viktor und Richard Burmester, Jann, Bockelmann, Heyden und Baumann hielten das Schiff auf Kurs.


Zum Fußballspielen fehlte ein Platz. Bauer Jacobs aus Buendorf stellte eine Heidefläche zur Verfügung. So wurde am Mücklinger Weg ein Sportplatz errichtet und auf den Namen „Heidestrand“ getauft. Hier konnten die Fußballspiele stattfinden. Mit viel Idealismus haben diese Handvoll Männer ihren Sport betrieben. Sie hatten oft Mühe elf Spieler auf die Beine zu stellen, aber der Mannschaftssport festigte die Kameradschaft und das Zusammengehörigkeitsgefühl immer stärker und bereits 1921/22 konnten zwei Herrenmannschaften am Spielbetrieb teilnehmen. Der Fußball wurde zum bestimmenden Schwerpunkt im DSK. 1927 wurde der Aufstieg in die Bezirksklasse erreicht.

Zeit der Gleichschaltung 1933- 1945
1933 geschah der große Eingriff in die Vereinsgeschichte. Am 14. Januar 1933 wurde im Jahresbericht folgender Satz erwähnt: Das letzte Jahr hat nicht das gebracht, was wir uns erwartet haben, das ist besonders auf die Tätigkeit politischer Verbände zurückzuführen.“

Im Juli wurde dann die Gleichschaltung verkündet; mit der Auflage neben den Vereinsfarben die schwarz-weiß-rote Fahne zu zeigen und mit der SA (Sturmabteilung der NSDAP) zusammen zu trainieren. Der MTV von 1860 und der DSK von 1918 wurden zusammengelegt. Der Vereinsname der beiden Dahlenburger Sportvereine ist seit dem Zusammenschluss 1934 Turn- und Sportverein von 1860 Dahlenburg, kurz TSV Dahlenburg.


Bericht von der Vereinigung:
Am Dienstag, den 6. März 1934 fand im Hotel Heitmann, Dahlenburg eine Hauptversammlung der beiden leibesübungtreibenden Vereine Dahlenburgs statt. Der Führer des MTV Dahlenburg von 1860 Gustav Koch, hieß die Sportkameraden und Gäste herzlich willkommen.
Sein besonderer Gruß galt dem Ehrenmitglied Schulz, Dahlenburg, sowie dem Kreisführer der Deutschen Turnerschaft Otto Ackermann, ferner dem Ortgruppenleiter der NSDAP Alfred Bork, dem Bürgermeister Behrens, den Ortgruppenführern Parteigenossen Rüter, Pecht und Ottilige.
Großes Werk gedeiht nur durch Einigkeit!
Unter diesem Motto, so führte Vereinsführer Koch aus, haben die Vorbesprechungen innerhalb der beiden Vereine gestanden mit dem Ziele, eine Verbrüderung bzw. eine Verschmelzung herbeizuführen, weil die Zeit eine solche Entwicklung gebieterisch verlangt.
Gemeinsame Arbeit am großen Ziel der Jugend mache heute den Zusammenschluss notwendig.

Der DSK gibt seinen Namen auf, aber auch der Turnverein hat gegeben, um zu diesem gemeinsamen Ziel zu gelangen. Der neue Verein braucht einen Führer, der Turner und Sportler ist. Der Vereinsführer schlug hierfür Lehrer Albert Jürgens, Dahlenburg vor. Der Führer des Sportklubs Parteigenosse Jürgens, ging in seiner Ansprache von der Spaltung zwischen Turnern und Sportlern aus.

Gar zu oft sei man von der Linie, die uns Turnvater Jahn vorgegeben habe, abgewichen. Jetzt nach der Machtübernahme durch den Nationalsozialismus komme der deutschen Turn- und Sportbewegung eine ganz andere Bedeutung zu, die in dem durch Reichssportführer Hans v. Tschammer und Osten gegründeten Reichssportbund zum Ausdruck käme. Es werde gelingen, auf dem Wege des Zusammenschlusses den großen Bau in der deutschen Turn- und Sportbewegung zu vollenden, wenn wir uns als echte Nationalsozialisten an die gemeinsame Arbeit machen: ein Wille, ein Weg und ein Ziel!
Dann hielt Turnkreisführer Ackermann, Lüneburg eine längere Ansprache, in der er die Geschichte und den Erfolg der geleisteten Arbeit in beiden Vereinen würdigte. Er gab seiner Freude Ausdruck, dass es heute gelungen sei, die Vereinigung der beiden Vereine zu einem größeren Ziel durchzuführen.

Das läge durchaus im Zuge der heutigen Zeit und entspräche dem Wunsche des Reichssportführers, dem die Schaffung eines einheitlichen Turn- und Sportbundes schon lange am Herzen läge.
In seinem Glaubensbekenntnis als Turner betonte der Turnkreisführer, dass die Reihen der Turner und Sportler mit SA-Geist erfüllt sein müssten, unter dem wir an die Erziehungsarbeit an der Jugend herangehen werden. Als ganze Männer und als ganze Frauen wollen wir an dem Werke der Einigung arbeiten, es kann geschaffen werden, wenn wir uns vorstellen, was im Volke errichtet werden konnte.
Erinnerungen an schöne Erfolge werden stets bleiben, aber nur der kann heute in der DT an führender Stelle bestehen, dem eine tiefe innere Begeisterung für die nationalsozialistische Revolution im Herzen glühe.
Die Vereinigung der beiden Vereine fand dann ihren Ausdruck darin, dass die Vereinsführer die Hände in die des Turnkreisführers legten, der dann mit den Worten:
„Fest in der Treue zu unserem Führer Adolf Hitler, treu in der Liebe zu unserem Volke und Vaterland, stark im Glauben an die deutsche Turnerschaft“ dem Zusammenschluss eine besondere Note gab.


Es erscholl dann das Deutschland- und Horst-Wessel Lied. Der neue Vereinsführer Parteigenosse Albert Jürgens wurde hiernach in seinem Amt bestätigt. Kreisgeldwart Meyer, Lüneburg befasste sich dann eingehend mit den vorliegenden finanziellen Fragen, wobei er besonders sich der Kopfsteuer zuwandte. Er betonte, dass der augenblickliche Zustand nur zeitlich sei. Es wird sich vieles noch ändern im neuen Reichsbund für Leibesübungen. Er empfahl das Reichsportblatt, in dem alle maßgeblichen Bekanntmachungen zu finden seien. Es kämen alle Leibesübungen zu ihrem Recht, auch die unbekannten Turner müssten erfasst werden, die die Pflege durch die Organisation besonders notwendig hätten. Seine Ausführungen über einheitlichen Beitragssatz für die Zukunft, über Ausbildung und Schulung, über Unterstützungs- und Krankenfragenwurden mit großem Interesse aufgenommen. Er schloss seine Ausführungen mit den Worten: Wir können versichert sein, dass schwer gearbeitet wird mit dem Ziel der Schaffung einer einheitlichen Regelung aller leibesübungtreibenden Verbände und brauchen uns über einzelne Fragen keine Sorgen zu machen, da eine Verteilung aller Rechte und Pflichten auf beide Schultern stets Berücksichtigung finden wird.


Gebietsturnwart Wilhelm Wagner, Dahlenburg legte den Haushaltsplan 1934 vor, nach dem unter sorgfältiger Kalkulation Einnahmen und Ausgaben sich ausgleichen werden. Der Turnkreisführer überreichte nun dem bisherigen Führer des MTB Dahlenburg eine Ehrenurkunde des Turnkreises 6 der Deutschen Turnerschaft mit herzlichen Worten der Anerkennung seiner Verdienste und seiner langjährigen Tätigkeit in der Deutschen Turnerschaft. Nachdem auch eine Anzahl weiterer Urkunden an die Sieger des Gauturnfestes zu Dannenberg überreicht waren, schritt Vereinsführer Parteigenosse Jürgens zur Bildung seines Mitarbeiterstabes.
Es wurden bestimmt:
Schriftwart: Lauterschlag, Kassenwart: Malchow, Oberturnwart: Wagner, Frauenturnwart: Fräulein Dreyer, Knabenturnwart: Jürgens, Gerätewart: D. Rust, Spielwart: Albert Dau mit Unterstützung H. Keller. Platz- und Werbewart: Sommer,
Ferner sind zum Turnrat bestimmt: Heinrich Schuer, Emil Goosmann, Wegner, Koch, Hermann Raabe und Heinrich Kaiser.
Diese wurden dann durch den Turnkreisführer zu ihren Ämtern durch Handschlag verpflichtet. Vereinsführer Jürgens dankte in der Schlussansprache für das ihm geschenkte Vertrauen und betonte, dass es selbstverständliche Pflicht der Mitglieder sein müsse, sich in die Reihen der SA zu stellen. Er werde keine Mitglieder dulden, die nicht in der SA ständen. Mit dreifachem Siegheil klang diese Hauptversammlung aus, nach dem gemeinsam das Lied: “Ich hab mich ergeben“ gesungen wurde.
Der Grundstein zu einer intensiveren Anfassung der Turn- und Sportbewegung ist nunmehr für Dahlenburg gelegt, möge jeder dieses Werk der Einigung durch seine Tat nach besten Kräften fördern und unterstützen. (Quelle: Lüneburgsche Anzeigen)

Bereits 1935 wurde die Turnerschaft aufgelöst und in das Fachamt Turnen überführt. Die Hitlerjugend übernahm 1938 alle Turngeräte des Vereins. Damit war es vorbei mit der Turnerei und sie fiel auseinander. Erst 1946 fanden sich die Turner/-innen wieder zusammen.


Der Wiederaufbau 1945 – 1955


Am 14. Oktober 1945 schrieb Gustav Koch in das Protokoll im Rückblick:
„1935 wurde auch die deutsche Turnerschaft aufgelöst in das Fachamt Turnen umbenannt bzw. überführt, damit war das Bindeglied für die Turner und für die Turnerinnen aufgegeben; denn das Turnschwesterliche und das Turnbrüderliche, was in der großen Turnerfamilie der deutschen Turnerschaft das Einende war, ging nun verloren.“
Die Tischtennisabteilung kam 1946 dazu. Leonhard (Leo) Schmidt gründete sie. Er spielte mit einer sehr starken Mannschaft auf Bezirksebene. Auch eine Damenmannschaft nahm an Wettkämpfen teil. Gespielt wurde auf dem Saal von Schoop´s Gasthaus (Deutsche Haus).


Ebenfalls ab 1946 gab es eine Handballgruppe, die unter dem Obmann Hermann Korte gespielt hat. Hier wurden zwei Damenmannschaften, eine gute Herrenmannschaft und zeitweise auch eine zweite Herrenmannschaft eingesetzt.
1947 kletterte die Mitgliederzahl auf 299, darunter befanden sich 51 Damen. Nur die Turnabteilung schlief noch. Wir erinnern uns, dass nach der Gleichschaltung die Turnabteilung ein Bestandteil des DSK wurde. Am 30. Januar 1948 stellte der MTV Dahlenburg von 1860 den Antrag innerhalb des DSK eine Turnabteilung zu schaffen. Seit dieser Zeit wurde unter der Leitung von Willi Wagner und seiner Gattin Lehnchen in Dahlenburg wieder geturnt. Für diese Entwicklung bedanken wir uns bei: Paul Malchow, Walter Wegner, Otto Rust, Gustav Koch, Bernhard Ohland, Lehnchen Wagner und dem damaligen Vorstand.
Durch den Engpass der Währungsreform 1948 führte mit großem Geschick Kassenwart Heinrich Schuer den DSK über die anfänglichen Schwierigkeiten hinweg. Bis 1952 übte Mathias Schmitz das Amt des Fußballobmannes aus.


Die ruhigen Jahre 1955 – 1965


Die Fahrtkosten der 1.Herren in der Verbandsliga rissen große Löcher in den Vereinsetat. Der Antrag, 1956 gestellt, in die Bezirksliga „abzusteigen“ wurde noch abgelehnt, aber 1957 musste dieser Weg gegangen werden.
Dafür wurde das Sportheim im Dorn gebaut. Das 40-jährige Jubiläum fiel in eine Zeit, in der das Interesse stark nachließ und der einzelne sich mehr den persönlichen Dingen zuwandte. Der Fußballverbandstag gab den Rahmen für die Ehrungen verdienter Fußballer im DSK: Hermann Korte, Willi Schuer, Heinrich Krüger, Albert Dau und Albert Schuer.1958 errangen neun Turner, die mit dem 1.Vorsitzenden W.Wagner zum Deutschen Turnfest nach München fuhren einen schönen Erfolg. Für die Fußballer begann eine „Sauregurkenzeit“, sie stiegen in die 1.Kreiklasse ab und dann sogar in den tiefen Keller der 2.Kreiklasse. Tischtennis und Turnbetrieb schliefen ganz ein. Ein Spiegel dieser großen Flaute war der Mitgliederbestand, der seit 1949 bei ca. 300 Personen stagnierte.


Die starken Jahre 1965 - 1975


Mit der Neuwahl des Vorstandes von 1964 änderte sich die Situation schlagartig. Der neue 1.Vorsitzende Hermann Korte bildete mit älteren verdienten DSK-nern und jüngeren, begeisterungsfähigen Leuten ein glückliches Team, in dem viel Arbeit geleistet wurde. Es gelang die Begeisterung unter den jüngeren Leuten wieder zu wecken, Vorurteile und alte Streitigkeiten zu überwinden. Als besonders glücklich stellten sich die Verbindungen zum HDV Den Haag (Holland) und dem SC Marköbel (Hessen) heraus. Die Feste, die wir mit diesen Vereinen feierten, trugen sehr viel zur Festigung der Kameradschaft bei. In unserem Jubiläumsjahr 1968 hat der DSK 420 Mitglieder und eine gut funktionierende Turnabteilung.

Die Tischtennisabteilung gewann gleich im ersten Jahr die Kreismeisterschaft mit folgender Besetzung: Bernd Kuhn, Gerhard (Pimo) Taeger, Michael Stahnke, Jochen Kreysa. Später kam Klaus Kruzinski als Ersatz für Jürgen Kreysa hinzu. Diese Mannschaft wurde von Jürgen Julius betreut und mit seinem R4 zu den Punktspielen gefahren. 1971 übernahm Klaus Kruzinski mit 16 Jahren die Jugendarbeit, die er bis heute leitet.

Ihm ist es zu verdanken, dass seit dieser Zeit für die folgenden 40 Jahre ein kontinuierlicher Zuwachs an jungen Spielern und deren Spielstärke stattfand, die den DSK bis auf Landesebene bekannt machten. Die Entstehung der Ju-Jutsu Abteilung erfolgte ca. 1971. Sie ging aus einem Kurs der Volkshochschule hervor. Trainer war Jürgen Schöne bis 1977.
Ein stolzer Jubilar präsentiert sich also der Dahlenburger Bevölkerung in der Festwoche vom 31.8 bis zum 7.9.1968.


Die starken Jahre 1975 - 1985
Die starken Jahre 1985 - 1995
Die starken Jahre 1995 - 2005
Die starken Jahre 2005 - 2018


Quellen: Aufzeichnungen Hartmut Andres, Festschrift zum 75jährigen Bestehen 1993 Autoren: Hartmut Andres, Christel Andres, Joachim Uffmann, Waltraut Mager Verantwortlich für die Zusammenstellung: Bernd Janitschek

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